Berufsperspektiven


Die drei Studiengänge für Interkulturelle Europa- und Amerikastudien verstehen sich als Plattform auf der Studenten in einem kulturell abwechslungsreich und international orientierten Umfeld Erfahrungen sammeln und ausbauen können. Die interdisziplinäre und interkulturelle Struktur der Bachelor- und Masterstudiengänge bereitet weiterhin die Studenten auf eine Vielzahl von möglichen Tätigkeiten vor. So finden sich Absolventen unter anderem bei der Unterstützung und Betreuung von Firmen wieder, in Institutionen, Verbänden, wissenschaftlichen Organisationen und Einrichtungen.

Weiterhin bereitet das Studium auf die Fragestellung einer immer kleiner werdenden Welt vor: Wie ist eine erfolgreiche Kommunikation zwischen Akteuren unterschiedlicher Kulturen zu gewährleisten und wie kann man mögliche Missverständnissen vorbeugen? Hier bieten sich IKEAS-Absolventen als Experten für die Bereiche der auswärtigen Kulturpolitik, Entwicklungshilfe, Ausländerbetreuung, Medien, Wirtschaft und der Tourismusbranche an.

Zum Know how der Kulturmittlung gehört deshalb neben einer fundierten Fremdsprachenkompetenz insbesondere

  • die Fähigkeit, in fremden Kulturen und in plurikulturellen Gruppen erfolgreich zu kommunizieren und zu handeln,
  • kulturbedingte Missverständnisse und Konflikte zu erkennen, ihnen weitgehend vorzubeugen bzw. diese zu schlichten.

Alumni berichten

Einige der letztjährigen Absolventinnen und Absolventen der IKEAS Bachelor- und Masterstudiengänge haben ihre Erfahrungen mit uns geteilt und zeigen, wie vielseitig die sich eröffnenden Berufsperspektiven sind:

 

„Von 2011 bis 2015 habe ich den Bachelor-Studiengang „Interkulturelle Europa- und Amerikastudien“ mit den Schwerpunkten Frankreich- und Lateinamerikastudien und dem Nebenfach Ethnologie studiert. Schon in der Schule hatte ich Französisch als Leistungskurs gewählt, nach dem Abitur war ich dann für drei Monate in Nicaragua, weil ich mich für Lateinamerika begeisterte und unbedingt Spanisch lernen wollte. Der IKEAS-Studiengang bot eine Kombination beider Sprachen und Sprachräume. Ein weiterer Grund, der mich an die MLU Halle führte, war die Kooperation mit der Universität Havanna und damit die Möglichkeit, in Kuba zu studieren. Im Laufe meines Studiums beschloss ich, auch mein Französisch durch ein Auslandssemester weiter zu verbessern. So kam es, dass ich zuerst ein Semester an der Université de La Réunion (2013) und im Anschluss daran an der Universidad de La Habana (2013/14) verbrachte. Beides waren sehr positive und lehrreiche Erfahrungen für mich, die ich auf keinen Fall missen möchte – trotz oder auch gerade wegen der Herausforderungen, vor die sie mich stellten.

Nach meinem Abschluss absolvierte ich ein Praktikum in der Internationalen Zusammenarbeit und entschied mich dann für den Masterstudiengang „Transkulturelle Studien“ in Bremen. Dort konnte ich an meine Studienthemen aus dem IKEAS-Bachelor anknüpfen. Wie IKEAS war auch dieser Studiengang interdisziplinär angelegt, was in beiden Fällen Vor- und Nachteile hatte: durch die große Bandbreite an Themen und methodischen Zugängen war ich nach dem Studium breit aufgestellt, zugleich aber auch wenig spezialisiert.

Während des Masters habe ich über das ASA-Programm ein Projektpraktikum bei einem Radiosender in Parakou (Benin) gemacht. Eine Exkursion zum Thema (postmigrantisches) Theater führte mich nach Berlin und zum Theaterfestival nach Avignon – sowie letztlich zu meinem aktuellen Promotionsprojekt. Seit Ende 2019 bin ich Teil der Nachwuchsforschergruppe „Migration und Flucht: Theater als Verhandlungs- und Partizipationsraum im deutsch-französischen Vergleich (1990 bis heute)“, die von der Hans-Böckler-Stiftung mit einem Stipendium gefördert wird, und promoviere am Institut für Romanistik der MLU Halle zum Thema „Grenzüberschreitungen zwischen Kunst und Gesellschaft: Formen und Wirkungen der Auseinandersetzung mit Migration und Flucht im Gegenwartstheater Deutschlands und Frankreichs“. Daneben arbeite ich in einem Stadtteilprojekt, in dem ich ein Sprachcafé für Geflüchtete mitbetreue.

Das IKEAS-Studium bot mir die Möglichkeit, meinen Interessen nachzugehen und meine Freude am Studieren zu entdecken. Besonders prägend waren für mich die beiden Auslandssemester. Vor allem in der Kombination mit meinem Nebenfach Ethnologie hat der Studiengang einen soliden Grundstock für mein weiteres Studium, meine praktischen Erfahrungen und mein aktuelles Dissertationsprojekt gelegt. Aus meiner Zeit in Halle nehme ich neben den konkreten Inhalten des Studiums vor allem viele schöne Erinnerungen und auch einige Freundschaften mit, die sich bis heute erhalten haben.“

Andrea Dassing

 

 

„Ich habe den deutsch-französischen Studiengang Interkulturelle Europa- und Amerikastudien (IKEAS) und Langues étrangères appliquées (LEA) absolviert und 2014 abgeschlossen. Als Schwerpunkte habe ich Frankreichstudien und Angloamerikanische Studien gewählt. Das Studienprogramm enthielt im Nebenfach Lehrveranstaltungen im Öffentlichen Recht und insbesondere im Völker- und Europarecht.

Für den Studiengang habe ich mich damals entschieden, weil mich der interdisziplinäre Ansatz überzeugt hat. Außerdem war die Möglichkeit zu einem Doppeldiplom im Rahmen der Deutsch-Französischen Hochschule ein großer Pluspunkt.

Das zweite Studienjahr habe ich an der Université Paris Ouest Nanterre verbracht. Ich habe die Erfahrung, in Deutschland und Frankreich studieren zu können, als große Bereicherung erlebt. Es gibt Unterschiede in der akademischen Kultur sowie der fachlichen und methodischen Herangehensweise. Das war zunächst eine Herausforderung, eröffnete aber zugleich unglaublich interessante neue Perspektiven. Zudem war die Auslandsphase in Paris auch persönlich eine sehr spannende Zeit.

Nach meinem Bachelor habe ich Internationale Beziehungen an der TU Dresden studiert und 2017 mit dem M.A. abgeschlossen. Dort habe ich mich mit internationaler Politik und internationalem Recht beschäftigt. Dass ich schon im Bachelor einen Einblick in rechtswissenschaftliche Themen gewonnen hatte, war ein großer Vorteil. Meine Master-Arbeit habe ich dann auch zu einem Menschenrechts-Thema geschrieben. Während des Masters war ich noch einmal für ein Semester in Frankreich am Institut d’études politiques in Rennes. Auch wenn ich dort noch einmal viel Neues gelernt habe, konnte ich für diesen zweiten akademischen Frankreich-Aufenthalt natürlich auch auf Erfahrungen zurückgreifen, die ich dem IKEAS/LEA-Studium verdanke.

Nach dem Studium führten mich erste kürzere berufliche Stationen zu einem E-Commerce-Unternehmen in Leipzig und als Betreuer in Jugendkursen zum Goethe-Institut. Dann habe ich ein Jahr beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben in der Umsetzung eines Förderprogramms gearbeitet. Seit Ende 2018 bin ich als Referent in der Staatskanzlei und Ministerium für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt tätig.

Die Zeit in Halle und Paris, die ich mit IKEAS/LEA verbinde, war in mehrfacher Hinsicht prägend. Aus dem Studium nehme ich ein nachwirkendes Interesse für Sprache, Kultur und Literatur mit. Neben breiten fachlichen Kenntnissen habe ich im Bachelor grundlegende Techniken gelernt, mir neues Wissen zu erschließen. Außerdem haben die Erfahrungen im Bachelor mich darin bestärkt, internationale und interkulturelle Perspektiven zu berücksichtigen.“  

Julian Müller

 

 

 

„Ich habe den IKEAS/LEA-Bachelorstudiengang in der Kombination Frankreich- und Lateinamerikastudien mit Jura 2011 abgeschlossen. Da der Studiengang in dieser Kombination unter dem Dach der deutsch-französischen Hochschule stattfand, waren zwei Semester an der Universität Paris-Nanterre (dort im Studiengang „Angewandte Fremdsprachen“ – Französisch und Spanisch) und ein Praktikum fester Bestandteil.
 
Ehrlich gesagt reizte mich diese Kombination mit einem sicheren Auslandsaufenthalt am meisten, da ich mir vor Studienbeginn sicher war, eines Tages im internationalen und interkulturellen Umfeld arbeiten zu wollen. Die Kombination mit Jura nahm ich erstmal in kauf, stellte sich aber im Laufe der Zeit als sehr interessant heraus, da wir Kurse des Öffentlichen Rechts (Europarecht, Staatsorganisationsrecht,…) oder auch Rechtsphilosophie belegt haben. 
 
Die zwei Semester in Frankreich waren eine Herausforderung, vor allem natürlich sprachlich, da wir wie reguläre Studierende eingeschrieben waren und alle Noten direkt übernommen wurden. Auch organisatorisch mussten wir viele Hürden und Unsicherheiten überwinden. Inhaltlich war das Niveau der Vorlesungen und Kurse sehr unterschiedlich. Trotzdem war der Aufenthalt in Frankreich natürlich ein absolutes Highlight, das einem die interkulturelle Theorie durch Praxiserfahrungen näher gebracht hat und man wächst bekanntlich mit seinen Herausforderungen.
 
Während des Studiums bestätigte sich mein Wunsch, im internationalen Kontext beruflich tätig sein zu wollen, aber ich wusste immer noch nicht genau, in welche Richtung es genau gehen sollte: ob Politik, Entwicklungszusammenarbeit, Handel, Kultur,… Mein ursprünglicher Plan war es, dies in einem Masterstudium später zu konkretisieren. 
Durch das im IKEAS/LEA-Studiengang enthaltene Pflichtpraktikum, das ich in der Presseabteilung bei ARTE G.E.I.E. in Straßburg absolvierte, öffnete sich für mich die Tür zur Film- und Fernsehbranche und ich verfolgte diesen Weg weiter. Zwischen dem 5. und 6. Semester ging ich für ein weiteres Praktikum an die Filmakademie Baden-Württemberg, wo ich die Koordination eines europäischen Weiterbildungsprogramms für Filmproduzenten und -verleiher unterstützte und weitere Einblicke in unterschiedliche Berufsfelder bekam. Nach dem Bachelor wollte ich dann noch mehr praktische Erfahrung in der Filmbranche sammeln und absolvierte ein Praktikum bei German Films Service + Marketing GmbH in München. German Films ist die Auslandsvertretung des deutschen Films und kommt immer dann ins Spiel, wenn ein deutscher Film (auch Dokumentar-, Animation und Kurzfilm sowie Serien) international auf Festivals oder im Kino ausgewertet werden soll. Dort hatte ich die Chance, bereits während meines Praktikums Projektverantwortung zu übernehmen und wurde noch vor Praktikumsende in eine unbefristete Festanstellung übernommen.
 
Seitdem bin ich bei German Films für das Regionaldesk Südeuropa und Lateinamerika zuständig. Dies beinhaltet zum einen die Organisation eigener Veranstaltungen (Festivals des deutschen Films, deutsch-französisches Filmtreffen,…) und Festivalauftritte in diesen Regionen (z.B. bei den Internationalen Filmfestivals in Berlin, Cannes, Istanbul,…) und zum anderen bin ich die Schnittstelle zwischen Filmschaffenden und -exporteuren in die jeweiligen Regionen, z.B. zu Festivals und Einkäufern, aber auch zur Informationsvermittlung die jeweilige Filmlandschaft betreffend. Dadurch bin ich eigentlich jeden Tag mit der halben Welt in Kontakt, kommuniziere regelmäßig in Englisch, Französisch und Spanisch und greife damit auf sehr viele Kenntnisse zurück, die mir der IKEAS-Studiengang vermittelt hat. Insbesondere auf die Fremdsprachenkenntnisse, aber auch die interkulturellen Inhalte sind in der Zusammenarbeit mit den Teams und Kollegen vor Ort und für den Aufbau und die Pflege eines internationalen Netzwerks stets präsent und erlebbar. Der IKEAS-Studiengang hat definitiv ein stabiles Fundament gelegt, auf das ich mit praktischer Erfahrung aufbauen konnte.“ 
 
Maike Schantz
 
 
 
 
 
 
„Von Oktober 2012 bis September 2015 habe ich den B.A. Studiengang „Interkulturelle Europa- und Amerikastudien/Langues étrangères appliquées“ in Halle und in Paris studiert. Ich habe mich für den Studiengang entschieden, weil ich grundsätzlich Interesse an Sprach- und Kulturwissenschaften hatte, gleichzeitig aber auch ein spannendes Nebenfach wählen wollte. Als Sprach-Kombination habe ich mich für Englisch und Französisch entschieden und als Nebenfach musste ich damals in der Kombination IKEAS/LEA Jura wählen, was ich aber auch interessant fand.
 
Letztendlich habe ich mich aus verschiedenen Gründen für IKEAS/LEA entschieden. Mich haben verschiedene Punkte gereizt: Ich wollte meine Sprachkenntnisse verbessern, mich mit kulturwissenschaftlichen Themen auseinander setzen und hatte die Hoffnung, dass mir auch Jura als Nebenfach beruflich weiterhelfen würde. Zusätzlich hat mir gefallen, dass ich mit IKEA/LEA einen deutsch-französischen Studiengang absolvieren konnte, wodurch ein Auslandsaufenthalt von zwei Semesten in Paris in mein Studium integriert war und ich auch einen Doppelabschluss der beiden Universitäten erhalten habe.
 
Als Ziel hatte ich zu Beginn meines Studiums das Berufsfeld der Entwicklungszusammenarbeit, was ich sich aber im Laufe des Studiums und auch im Laufe der Jahre geändert hat. Rückblickend habe ich besonders von den zwei Auslandsaufenthalten an der Université Paris Ouest Nanterre La Défense profitiert. Vor dem Auslandsaufenthalt waren meine Französisch-Kenntnisse in Ordnung, aber erst durch den längeren Auslandsaufenthalt in Frankreich konnte ich ein besseres Sprachgefühl entwickeln und auch eine persönliche Verbindung zum Nachbarland Frankreich aufbauen. Auch wenn sich die universitären Systeme in Deutschland und Frankreich an einigen Stellen unterscheiden, habe ich es sehr geschätzt, so eng mit französischen Kommiliton*innen zusammen studieren zu können und voneinander zu lernen. Und natürlich war es für mich auch eine tolle Möglichkeit ein Mal in Paris zu leben.
 
Nach dem Abschluss meines Bachelors in Halle habe ich den Erasmus Mundus Master „Euroculture: Society, Politics and Culture in a Global Context“ in Göttingen und Bilbao studiert. Durch meinen Bachelor hatte ich auf jeden Fall Lust, weiterhin im internationalen Kontext mit Menschen aus aller Welt zu studieren.
 
Nach meinem Master habe ich dann im Rahmen des Carlo-Schmid-Programms ein Fellowship bei „United Nations Volunteers“ in New York absolviert. Ich habe mich bereits während meines Studiums sehr für den Bereich der Freiwilligenarbeit interessiert. Dies liegt daran, dass ich nach meinem Abitur einen Freiwilligendienst in Indien absolviert habe und mich danach sowohl ehrenamtlich als auch durch Praktika in diesem Bereich engagiert und weiterqualifiziert habe. Nach meinem Fellowship bei „United Nations Volunteers“ in New York habe ich als Jugendbildungsreferentin bei „ijgd“ in Hildesheim gearbeitet und bin nun seit ca. 1,5 Jahren bei „ICJA Freiwilligenaustausch weltweit e.V.“ in Berlin tätig. Ich arbeite als Referentin für die Entsendung nach Lateinamerika und begleite Personen pädagogisch, die einen Freiwilligendienst im Ausland absolvieren. Im Rahmen meiner Tätigkeit stehe ich auch mit verschiedenen Partnerorganisationen in Kontakt, sodass ich meine Sprachkenntisse täglich nutze.
 
Im Rahmen des IKEAS/LEA-Studiums habe ich gelernt, mich recht schnell in diverse Themen einzuarbeiten, sodass ich davon auch in meiner jetzigen Tätigkeit profitieren kann. Grundsätzlich würde ich sagen, dass ich mein IKEAS/LEA Studium als etwas Bereicherndes empfand. Dies hat jedoch nicht nur mit den Studieninhalten zu tun, sondern auch mit dem Auslandsaufenthalt und den Personen, die ich durch das Studium kennen lernen durfte. Für mich wäre es rückblickend vielleicht besser gewesen, wenn ich Politikwissenschaften als Nebenfach hätte wählen können, da Jura als Nebenfach in Deutschland meiner Meinung nach wenig Anerkennung erhält. Möglicherweise würde ich mich heute für einen anderen Studiengang entscheiden, aber gleichzeitig bin ich sehr froh über die gemachten Erfahrungen. Außerdem würde ich sowohl Bewerber*innen als Studierenden empfehlen, sich nicht nur auf das Studium zu konzentrieren, sondern auch außerhalb des Studiums verschiedene Angebote zur Weiterbildung und zum eigenen Engagement zu nutzen. Für mich war das auf jeden Fall sehr hilfreich!“
Johanna Dohl
 
 
 
 
 
 

„Ich habe von 2008 bis 2011 IKEAS/LEA im binationalen Bachelorprogramm studiert. Deswegen habe ich neben dem deutschen Bachelor auch die französische Licence erwerben können. Meine Sprachen- bzw. Kulturkombination war Französischstudien und Angloamerikastudien. Durch die damalige Einbettung des Studiengangs in das Programm der Deutsch-Französischen Hochschule war unsere erste Sprache/ Kultur genauso vorgegeben wie unser Nebenfach. Wir belegten Kurse im Öffentlichen Recht, v.a. im Staats- und Europarecht.

Für IKEAS/LEA habe ich mich damals ganz bewusst entschieden. Ich war immer schon an Geschichte, Politik und Kultur interessiert, also kam für mich damals eigentlich nur ein Studium im Bereich der Europastudien in Betracht. Da ich meinen Fokus auf Frankreichstudien legen wollte, lag es nahe, den IKEAS/LEA Bachelor zu studieren. Mein Ziel war es, anschließend in die Wirtschaft zu gehen und dort in internationalen Teams Kulturverständnis zu wecken.

Einen Auslandsaufenthalt für mein Studium hatte ich von vornherein eingeplant. Durch meine Teilnahme am LEA- Programm war dann klar, dass ich mein zweites Studienjahr an der Université Paris Ouest Nanterre la Défense verbringen würde. Neben meinen Eindrücken vom französischen Campusleben und den erweiterten Sprachkenntnissen habe ich vor allem mitgenommen, wie man sich in einer doch irgendwie fremden Kultur einlebt. Außerdem hat es meinen Blick dafür geschärft, wie kleine Normalitäten des Alltags in einem anderen Land ganz anders sind und einen das erstmal verwirrt. Es ist gut, wenn man dann jemanden hat, der beim Entwirren hilft. Das versuche ich weiterzugeben.

Nachdem der Einstieg in die Wirtschaft mit einem kulturwissenschaftlichen Bachelor nicht so einfach war, die meisten für mich interessanten Masterprogramme jedoch einen stärkeren Fokus auf Englisch – und vor allem auf eine gewisse Anzahl an Creditpoints in diesem Bereich – gelegt haben und mich die juristischen Zusammenhänge immer mehr interessiert haben, habe ich komplett umgesattelt. Ich habe nach meinem Bachelor in Hannover Jura studiert und bin nach meinem Referendariat nach Frankfurt am Main gezogen. Hier bin ich auch als Rechtsanwältin zugelassen. Das ist etwas, was ich weder zu Beginn meines Bachelors noch am Anfang meines Jurastudiums gelaubt hätte.

In meinem beruflichen Alltag nutze ich mein im IKEAS/LEA erworbenes Wissen nur gelegentlich. Es hilft im Umgang mit Kollegen oder Mandanten aus dem Ausland. So kann ich bestimmte kulturell bedingte Verhaltensweisen einordnen und mich so auf das eigentliche (Rechts-) Problem fokussieren. Auch die Sprachkenntnisse helfen mir weiter, etwa wenn ein Dokument der EU noch nicht auf deutsch übersetzt ist.

Auch, wenn mein Berufsalltag nicht mehr viel mit meinen Zielen zu Beginn meines IKEAS- Studiums zu tun hat, hat es mich persönlich weiter entwickelt. Ich hatte während des Studiums insgesamt eine gute Zeit, die ich als bereichernd empfinde. Ob ich noch mal IKEAS studieren würde, weiß ich nicht. Einerseits stehen da die tollen Erfahrungen und der Wissensvorspung gegenüber den Kollegen, die noch nie länger im Ausland und dort außerhalb der juristischen Blase gelebt haben. Andererseits zählt der Blick über den Tellerrand weniger, als mir der Aufwand durch ein zusätzliches Bachelorstudium abverlangt hat. Jedem, der sich für das IKEAS-Studium entscheidet gebe ich den Tipp, bereits frühzeitig im Studium festzulegen, wo der Weg hinterher genau hinführen soll. Entsprechend kann und sollte man Praktika machen.“

Kira Wenzel

 

 

 

Ich heiße Christian, bin 31 Jahre alt und ich habe von 2008 bis 2013 meinen B.A. im Studienfach IKEAS absolviert. 

Eigentlich war es eher Zufall, dass ich mich für IKEAS beworben hatte. Ursprünglich hatte ich direkt nach dem Abitur ganz andere Pläne. Ich habe mein Abitur auf einem 3-jährigen Fachgymnasium an einer berufsbildenden Schule gemacht. Eines stand danach für mich auf jeden Fall fest: danach möchte ich auf jeden Fall etwas machen, das NICHTS mit Wirtschaft zu tun hat. Ich hatte auf der Schule immer großen Spaß an Fremdsprachen.  Insbesondere Französisch machte mir Freude. Darum hatte ich mich entschieden nach dem Abitur für 6 Monate eine Art Work & Travel in Frankreich zu machen. Leider ist das ganze grandios nach hinten los gegangen. Vor Ort lief vieles schief und aufgrund der schlechten Betreuung der Agentur hatte ich mich dann entschlossen, das ganze abzubrechen. Dann stand natürlich die Frage im Raum: „Was nun?“ Es war gar nicht so leicht, noch eine Universität zu finden, die noch Einschreibungen zuließ, denn das Jahr war schon recht fortgeschritten.

Ich wollte auf jeden Fall studieren, so viel wusste ich schon. Warum ich allerdings nicht gleich auf die MLU gekommen bin, weiß ich nicht mehr.  Lediglich durch Zufall hatte ich ein wenig später gesehen, dass es noch Plätze im Losverfahren für einen anderen spannenden Studiengang gab: so bin ich dann IKEASler geworden. Letztendlich hatte ich mich für die Kombi Angloamerikanische und Frankreichstudien und Politikwissenschaften im Nebenfach entschieden.

Meine Entscheidung für diese Kombination bzw. für den Studiengang an sich war rein interessengeleitet.  Nach 13 Jahren Schule wollte ich mich endlich ausschließlich mit Dingen beschäftigen, die mich auch wirklich interessierten. Ich muss daher auch ehrlicherweise zugeben, dass ich mit dieser Entscheidung keine beruflichen Ambitionen oder Zukunftspläne verknüpfte. Das Studium hatte aus meiner Perspektive einen reinen Selbstzweck. Es ging für mich darum, wie bereits erwähnt, mich mit meinen Interessengebieten zu beschäftigen, das Leben als Student in all seinen Facetten auszukosten und neue Erfahrungen zu sammeln. Was sich hiermit später anstellen ließ, war für mich zu jenem Zeitpunkt noch nebensächlich. Ein paar grobe Ideen kristallisierten sich aber natürlich trotzdem schon während des Studiums heraus. So fand ich den Bereich Tourismus recht spannend oder die Idee in großen internationalen Unternehmen eine Art Kulturmittler im Personalbereich zu sein oder wenn es darum ging neue Märkte für jene Unternehmen zu erschließen unterstützend aktiv zu werden. Dies waren Bereiche, in denen ich mir vorstellen konnte, zu arbeiten. 

Ein weiterer Grund, mich für IKEAS zu entscheiden war die Tatsache, dass sich hiermit Auslandsaufenthalte ganz wunderbar verknüpfen ließen. Ich wollte eigentlich schon während der Schulzeit ein High School-Jahr in den USA verbringen. Aus finanziellen und organisatorischen Gründen war dies aber leider nicht möglich. Daher hatte ich mir fest vorgenommen, während des Studiums eine Zeit ins Ausland zu gehen.

Ich hatte mich schon recht früh über Programme und Partneruniversitäten erkundigt, die sich für einen Austausch eignen würden. Ich hatte mich dann für die Partneruni in Albuquerque, New Mexico entschieden. Leider wurde ich nicht angenommen, da ein anderes Kandidatenprofil gesucht wurde. Ich hatte dann aber Glück im Unglück noch einen freien Platz für die Uni in Bozeman, Montana zu ergattern. Montana ! Puh… ! So richtige Vorfreude kam ehrlicherweise erst mal nicht auf. Mitten im Nirgendwo ! Zwischen  Cowboys und Bisons! Ob das was für mich ist, hatte ich mich gefragt. Im Nachhinein kann ich mit Fug und Recht behaupten, dass es das beste Jahr meines Lebens war. Ich habe die USA von einer Seite kennengelernt, die viele so nie sehen werden, weil Sie nur die großen Städte bereisen. Montana war wirklich toll. Ich hatte nicht ein einziges Mal Heimweh. Ich fühlte mich sofort willkommen und zuhause. Die Landschaften waren atemberaubend und die Menschen deutlich weniger konservativ, als ich befürchtet hatte. Bozeman war eine hippe kleine Universitätsstadt mit vielen coolen Bars, Cafés, Restaurants und Geschäften. USA at its best ! Die Hippheit und Relaxtheit wurden nur noch vom etwa 5 Std. entfernten Missoula übertroffen, dem Portland Montanas! Falls ihr die Möglichkeit habt, kann ich euch die Montana State Universität in Bozeman auf jeden Fall empfehlen.

Neben den tollen Landschaften, den unglaublich freundlichen Menschen und Outdoor-Aktivitäten hat die Uni auch einen sehr guten Ruf. Sie entwickelt sich immer mehr zu einem Hotspot für Wissenschaft und Technologie und Studierende aus allen Ecken der Welt sind zu Besuch. Das Studentenleben in den USA zu erfahren hatte auf jeden Fall seinen ganz eigenen Reiz. Man sollte auf jeden Fall versuchen, möglichst viel Kontakt zu Amerikanern aufzubauen, auch wenn die vielen Aktivitäten der internationalen Studenten auch sehr viel Spaß gemacht haben und es toll war, so viele Menschen aus vielen Ländern kennen lernen zu dürfen. Ich hatte Ende des ersten Semestern meinen damaligen Freund kennengelernt und war dann natürlich auch Teil seines Freundeskreises. Was ich damit sagen möchte ist, dass es eine ganz andere Erfahrung war, als wenn man hauptsächlich Zeit mit den internationalen Studierenden Zeit verbringt. Ihr müsst euch nicht gleich einen Freund oder eine Freundin suchen 😉 aber tatsächlich in den Alltag der Amerikaner einzutauchen und enge Freundschaften zu knüpfen macht die Zeit zu etwas ganz Besonderem.  Viele der Menschen, die ich kennengelernt habe, sind immer noch Teil meines engen Freundeskreises. Ich kann tatsächlich behaupten, ich habe ein zweites Zuhause in Montana. Jedes Mal, wenn ich die USA besuche, ist ein Abstecher in dieses Zuhause ein Muss ! Ich fühle mich direkt „angekommen“.

Der Auslandsaufenthalt ist übrigens auch ein Grund, warum mein Studium etwas länger gedauert hat. Leider konnte ich nicht alle Kurse anrechnen lassen, da ich auch hier lediglich Kurse besuchte, die mich tatsächlich interessierten. Ich finde das aber nicht so schlimm. Die Erfahrungen während des Aufenthalts waren mir mehr wert als alle credit points zusammen ! Im Übrigen hatte ich meinen USA-Aufenthalt noch etwas verlängert. Ursprünglich ging das zweite Semester nur bis zum Mai. Wenn ihr es allerdings schafft, einen Praktikumsplatz zu finden, könnt ihr euer Studentenvisum um ein paar Monate verlängern lassen. Ich habe während des Sommers 3 Tage die Woche im „Diversity Awareness Office“ gearbeitet. Eine wirklich interessante Erfahrung.

Im weiteren Verlauf meines Studiums habe ich durchaus auch einige Kurse angefangen und dann wieder abgebrochen, als ich merkte, dass das Thema nichts für mich ist. Teilweise habe ich Kurse auch einfach aus Interesse besucht, ohne diese letztendlich gegen credit points abzuschließen. Ich habe mich also während des Studiums auch ein bisschen treiben lassen um zu schauen, was mir Spaß macht und was mich begeistert und was weniger. Ein Freund von mir hat sein Studium in Rekordzeit durchbringen wollen. Das war auf keinen Fall mein Ziel, denn dadurch ging etwas an der Qualität des Studentenlebens verloren, wie ich fand.

Zum Ende des Studiums wurde mir auch klar, dass ich keinen Master drauf satteln möchte. Nach 5 Jahren Studium wollte ich dann auf jeden Fall beruflich loslegen. Da mein zweiter Schwerpunkt Frankreichstudien war, suchte ich nach Wegen ein weiteres Jahr ins Ausland gehen zu können und berufliche Erfahrungen zu sammeln, während ich meine Sprachkenntnisse aufbesserte. Über eine Informationsveranstaltung war ich dann auf das LEONARDO Programm der EU gestoßen und hatte mich erfolgreich beworben. Ich hatte eine Praktikumsstelle im Bereich Tourismus in Paris ergattert und bekam die Höchstfördersumme des Programms. Ich habe hier viel lernen können und habe ebenso tolle, wenn auch komplett andere Erfahrungen im Vergleich zu den USA, sammeln dürfen. Da das halbe Jahr schneller vorbei ging als gedacht, suchte ich nach Wegen meinen Aufenthalt verlängern zu können. Eine Kollegin half mir dann dabei in einer anderen Reiseagentur für 6 Monate als Saisonangestellter unterzukommen. Was ich während dieses Aufenhalts sowohl in sprachlicher, kultureller aber auch beruflicher Hinsicht lernte, war Gold wert und ein herausragender Pluspunkt in meinem Lebenslauf.

Es sei noch erwähnt, dass ich auch schon während meines Studiums in Halle gearbeitet hatte. Ich hatte eine Stelle im Service-Center des ADAC und anschließend im Service-Center der Sparkasse. Insbesondere während der Zeit im Service-Center der Sparkasse konnte ich wertvolle Erfahrungen sammeln, was Weiterbildung, Aufstieg und Selbstverwirklichung angeht. In einem Zeitraum von 1,5 Jahren war vom Werksstudenten für Marketingumfragen über den Teilzeit-Mitarbeiter im Telefonbanking bis hin zum Angebot einer Vollzeit-Festanstellung alles abgedeckt.  Ich würde euch in jedem Fall empfehlen, bereits während des Studiums Praktika zu machen und Jobs anzunehmen, in denen ihr berufliche Erfahrungen sammeln könnt, die euch weiterbringen. Das muss nicht gleich das non-plus-ultra sein, aber die Erfahrung ist Gold wert und macht es euch einfacher, euch später gegenüber von Personalern gut zu verkaufen, wenn es darum geht, den ersten „richtigen“ Job zu ergattern. Gerade als Geisteswissenschaftler ist dies meiner Meinung nach ein wichtiger Pluspunkt.

Bei mir zeichnete sich bald ab, dass ich doch nicht im Tourismusbereich arbeiten wollte, sondern Kundenservice / Kundendienst bzw. Vertriebsinnendienst mein Schwerpunkt werden würde. Rückblickend lässt sich in meinem Lebenslauf erkennen, dass alle meine Positionen, obzwar in verschiedenen Branchen, sich in diesem Feld bewegten. Nach meinem Frankreich-Abenteuer hatte ich meine erste Festanstellung in einem Unternehmen in Frankfurt am Main. Aktuell wohne ich immer noch in der Region und bin über verschiedene Stationen zuletzt bei der Braskem Europe GmbH gelandet. Mein Motto war auch hier wieder, dass ich mich ruhig ausprobieren kann. Wenn eine Position oder eine Firma nicht zu mir passte, habe ich mich auf eine andere beworben. Mit jeder Station mehr auf dem Lebenslauf wurde dies natürlich immer einfacher. Bei der Braskem Europe GmbH Dort habe ich bis zur Standortschließung über 3 Jahre im Bereich Kundendienst gearbeitet. Es handelt sich um ein brasilianisches Unternehmen, das im petrochemischen Bereich tätig ist und in Europa Kunststoffe produziert und diese an die weiterverabeitenden Unternehmen verkauft. Das können Unternehmen aus der Konsumgüterbranche sein, aber auch Automobilteilezulieferer oder Hersteller von Medizinprodukten. Ich war bei der Braskem für die Abwicklung der Aufträge zuständig und erster Ansprechpartner für Kunden aller damit zusammenhängenden Belange. Insbesondere meine Sprach- und Kulturkenntnisse  waren in dieser Position unabdingbar. Ich hatte hauptsächlich viele englischsprachige und französische Kunden. Hier kam mir mein „IKEAS Wissen“ natürlich zu gute. Mein im Studium und während der Auslandsaufenthalte erworbenes Wissen und die gemachten Erfahrungen sind in einer solchen Position geschätzte Qualifikationen.

Das Team und die Arbeitsatmosphäre waren ebenfalls super. Die Tatsache, dass der Hauptsitz dann nach Rotterdam verlagert wurde, war für alle umso bitterer. Mein Plan war es dann, eine Zeit lang zu reisen, um etwas Abstand zu gewinnen und mir Gedanken zu machen, wie es beruflich weitergeht.  Leider kam dann die Corona-Pandemie und meine Reisepläne sind bis auf weiteres auf Eis gelegt. Aktuell suche ich eine neue Position im Bereich Kundendienst oder Vertriebsinnendienst. 

Insgesamt würde ich eigentlich fast alles wieder so machen. IKEAS ist ein toller Studiengang, der einem eine recht große Flexibilität ermöglicht, seinen Interessen nachzugehen. Mit ein wenig Orientierung im Blick bieten sich auch zahlreiche Möglichkeiten, das Studium beruflich einzusetzen. Ich denke, es ist aber fast unabdingbar, bereits während des Studiums durch Jobs und Praktika zusätzliche Qualifikationen zu erwerben, um später einfacher einen Fuß in die Arbeitswelt zu bekommen. Die Wahl des Nebenfachs oder der Richtung eines anschließenden Masters können die Richtung mitbestimmen und positiv beeinflussen. Nichtsdestotrotz bin ich immer noch der Meinung, dass man sich während des Studiums natürlich auch gerne ausprobieren darf, unabhängig davon, ob das später im Beruf relevant sein könnte oder nicht.

Solltet ihr noch Fragen zu Jobs, Praktika, Bewerbungen oder Gehaltsmöglichkeiten (ich kann hier natürlich nur für meine Positionen sprechen) haben, könnt ihr euch gerne an mich wenden.

Christian Neubauer