Berufsperspektiven


Die drei Studiengänge für Interkulturelle Europa- und Amerikastudien verstehen sich als Plattform auf der Studenten in einem kulturell abwechslungsreich und international orientierten Umfeld Erfahrungen sammeln und ausbauen können. Die interdisziplinäre und interkulturelle Struktur der Bachelor- und Masterstudiengänge bereitet weiterhin die Studenten auf eine Vielzahl von möglichen Tätigkeiten vor. So finden sich Absolventen unter anderem bei der Unterstützung und Betreuung von Firmen wieder, in Institutionen, Verbänden, wissenschaftlichen Organisationen und Einrichtungen.

Weiterhin bereitet das Studium auf die Fragestellung einer immer kleiner werdenden Welt vor: Wie ist eine erfolgreiche Kommunikation zwischen Akteuren unterschiedlicher Kulturen zu gewährleisten und wie kann man mögliche Missverständnissen vorbeugen? Hier bieten sich IKEAS-Absolventen als Experten für die Bereiche der auswärtigen Kulturpolitik, Entwicklungshilfe, Ausländerbetreuung, Medien, Wirtschaft und der Tourismusbranche an.

Zum Know how der Kulturmittlung gehört deshalb neben einer fundierten Fremdsprachenkompetenz insbesondere

  • die Fähigkeit, in fremden Kulturen und in plurikulturellen Gruppen erfolgreich zu kommunizieren und zu handeln,
  • kulturbedingte Missverständnisse und Konflikte zu erkennen, ihnen weitgehend vorzubeugen bzw. diese zu schlichten.

Alumni berichten

Einige der Absolventinnen und Absolventen der IKEAS Bachelor- und Masterstudiengänge haben ihre Erfahrungen mit uns geteilt und zeigen, wie vielseitig die sich eröffnenden Berufsperspektiven sind. Über die Buttons gelangen Sie zu Berichten aus verschiedenen Berufsfeldern.

 

 

 

Ich heiße Christian, bin 31 Jahre alt und ich habe von 2008 bis 2013 meinen B.A. im Studienfach IKEAS absolviert. 

Eigentlich war es eher Zufall, dass ich mich für IKEAS beworben hatte. Ursprünglich hatte ich direkt nach dem Abitur ganz andere Pläne. Ich habe mein Abitur auf einem 3-jährigen Fachgymnasium an einer berufsbildenden Schule gemacht. Eines stand danach für mich auf jeden Fall fest: danach möchte ich auf jeden Fall etwas machen, das NICHTS mit Wirtschaft zu tun hat. Ich hatte auf der Schule immer großen Spaß an Fremdsprachen.  Insbesondere Französisch machte mir Freude. Darum hatte ich mich entschieden nach dem Abitur für 6 Monate eine Art Work & Travel in Frankreich zu machen. Leider ist das ganze grandios nach hinten los gegangen. Vor Ort lief vieles schief und aufgrund der schlechten Betreuung der Agentur hatte ich mich dann entschlossen, das ganze abzubrechen. Dann stand natürlich die Frage im Raum: „Was nun?“ Es war gar nicht so leicht, noch eine Universität zu finden, die noch Einschreibungen zuließ, denn das Jahr war schon recht fortgeschritten.

Ich wollte auf jeden Fall studieren, so viel wusste ich schon. Warum ich allerdings nicht gleich auf die MLU gekommen bin, weiß ich nicht mehr.  Lediglich durch Zufall hatte ich ein wenig später gesehen, dass es noch Plätze im Losverfahren für einen anderen spannenden Studiengang gab: so bin ich dann IKEASler geworden. Letztendlich hatte ich mich für die Kombi Angloamerikanische und Frankreichstudien und Politikwissenschaften im Nebenfach entschieden.

Meine Entscheidung für diese Kombination bzw. für den Studiengang an sich war rein interessengeleitet.  Nach 13 Jahren Schule wollte ich mich endlich ausschließlich mit Dingen beschäftigen, die mich auch wirklich interessierten. Ich muss daher auch ehrlicherweise zugeben, dass ich mit dieser Entscheidung keine beruflichen Ambitionen oder Zukunftspläne verknüpfte. Das Studium hatte aus meiner Perspektive einen reinen Selbstzweck. Es ging für mich darum, wie bereits erwähnt, mich mit meinen Interessengebieten zu beschäftigen, das Leben als Student in all seinen Facetten auszukosten und neue Erfahrungen zu sammeln. Was sich hiermit später anstellen ließ, war für mich zu jenem Zeitpunkt noch nebensächlich. Ein paar grobe Ideen kristallisierten sich aber natürlich trotzdem schon während des Studiums heraus. So fand ich den Bereich Tourismus recht spannend oder die Idee in großen internationalen Unternehmen eine Art Kulturmittler im Personalbereich zu sein oder wenn es darum ging neue Märkte für jene Unternehmen zu erschließen unterstützend aktiv zu werden. Dies waren Bereiche, in denen ich mir vorstellen konnte, zu arbeiten. 

Ein weiterer Grund, mich für IKEAS zu entscheiden war die Tatsache, dass sich hiermit Auslandsaufenthalte ganz wunderbar verknüpfen ließen. Ich wollte eigentlich schon während der Schulzeit ein High School-Jahr in den USA verbringen. Aus finanziellen und organisatorischen Gründen war dies aber leider nicht möglich. Daher hatte ich mir fest vorgenommen, während des Studiums eine Zeit ins Ausland zu gehen.

Ich hatte mich schon recht früh über Programme und Partneruniversitäten erkundigt, die sich für einen Austausch eignen würden. Ich hatte mich dann für die Partneruni in Albuquerque, New Mexico entschieden. Leider wurde ich nicht angenommen, da ein anderes Kandidatenprofil gesucht wurde. Ich hatte dann aber Glück im Unglück noch einen freien Platz für die Uni in Bozeman, Montana zu ergattern. Montana ! Puh… ! So richtige Vorfreude kam ehrlicherweise erst mal nicht auf. Mitten im Nirgendwo ! Zwischen  Cowboys und Bisons! Ob das etwas für mich ist, hatte ich mich gefragt. Im Nachhinein kann ich mit Fug und Recht behaupten, dass es das beste Jahr meines Lebens war. Ich habe die USA von einer Seite kennengelernt, die viele so nie sehen werden, weil Sie nur die großen Städte bereisen. Montana war wirklich toll. Ich hatte nicht ein einziges Mal Heimweh. Ich fühlte mich sofort willkommen und zuhause. Die Landschaften waren atemberaubend und die Menschen deutlich weniger konservativ, als ich befürchtet hatte. Bozeman war eine hippe kleine Universitätsstadt mit vielen coolen Bars, Cafés, Restaurants und Geschäften. USA at its best ! Die Hippheit und Relaxtheit wurden nur noch vom etwa 5 Std. entfernten Missoula übertroffen, dem Portland Montanas! Falls ihr die Möglichkeit habt, kann ich euch die Montana State Universität in Bozeman auf jeden Fall empfehlen.

Neben den tollen Landschaften, den unglaublich freundlichen Menschen und Outdoor-Aktivitäten hat die Uni auch einen sehr guten Ruf. Sie entwickelt sich immer mehr zu einem Hotspot für Wissenschaft und Technologie und Studierende aus allen Ecken der Welt sind zu Besuch. Das Studentenleben in den USA zu erfahren hatte auf jeden Fall seinen ganz eigenen Reiz. Man sollte auf jeden Fall versuchen, möglichst viel Kontakt zu Amerikanern aufzubauen, auch wenn die vielen Aktivitäten der internationalen Studenten auch sehr viel Spaß gemacht haben und es toll war, so viele Menschen aus vielen Ländern kennen lernen zu dürfen. Ich hatte Ende des ersten Semestern meinen damaligen Freund kennengelernt und war dann natürlich auch Teil seines Freundeskreises. Was ich damit sagen möchte ist, dass es eine ganz andere Erfahrung war, als wenn man hauptsächlich Zeit mit den internationalen Studierenden Zeit verbringt. Ihr müsst euch nicht gleich einen Freund oder eine Freundin suchen 😉 aber tatsächlich in den Alltag der Amerikaner einzutauchen und enge Freundschaften zu knüpfen macht die Zeit zu etwas ganz Besonderem.  Viele der Menschen, die ich kennengelernt habe, sind immer noch Teil meines engen Freundeskreises. Ich kann tatsächlich behaupten, ich habe ein zweites Zuhause in Montana. Jedes Mal, wenn ich die USA besuche, ist ein Abstecher in dieses Zuhause ein Muss ! Ich fühle mich direkt „angekommen“.

Der Auslandsaufenthalt ist übrigens auch ein Grund, warum mein Studium etwas länger gedauert hat. Leider konnte ich nicht alle Kurse anrechnen lassen, da ich auch hier lediglich Kurse besuchte, die mich tatsächlich interessierten. Ich finde das aber nicht so schlimm. Die Erfahrungen während des Aufenthalts waren mir mehr wert als alle credit points zusammen ! Im Übrigen hatte ich meinen USA-Aufenthalt noch etwas verlängert. Ursprünglich ging das zweite Semester nur bis zum Mai. Wenn ihr es allerdings schafft, einen Praktikumsplatz zu finden, könnt ihr euer Studentenvisum um ein paar Monate verlängern lassen. Ich habe während des Sommers 3 Tage die Woche im „Diversity Awareness Office“ gearbeitet. Eine wirklich interessante Erfahrung.

Im weiteren Verlauf meines Studiums habe ich durchaus auch einige Kurse angefangen und dann wieder abgebrochen, als ich merkte, dass das Thema nichts für mich ist. Teilweise habe ich Kurse auch einfach aus Interesse besucht, ohne diese letztendlich gegen credit points abzuschließen. Ich habe mich also während des Studiums auch ein bisschen treiben lassen um zu schauen, was mir Spaß macht und was mich begeistert und was weniger. Ein Freund von mir hat sein Studium in Rekordzeit durchbringen wollen. Das war auf keinen Fall mein Ziel, denn dadurch ging etwas an der Qualität des Studentenlebens verloren, wie ich fand.

Zum Ende des Studiums wurde mir auch klar, dass ich keinen Master drauf satteln möchte. Nach 5 Jahren Studium wollte ich dann auf jeden Fall beruflich loslegen. Da mein zweiter Schwerpunkt Frankreichstudien war, suchte ich nach Wegen ein weiteres Jahr ins Ausland gehen zu können und berufliche Erfahrungen zu sammeln, während ich meine Sprachkenntnisse aufbesserte. Über eine Informationsveranstaltung war ich dann auf das LEONARDO Programm der EU gestoßen und hatte mich erfolgreich beworben. Ich hatte eine Praktikumsstelle im Bereich Tourismus in Paris ergattert und bekam die Höchstfördersumme des Programms. Ich habe hier viel lernen können und habe ebenso tolle, wenn auch komplett andere Erfahrungen im Vergleich zu den USA, sammeln dürfen. Da das halbe Jahr schneller vorbei ging als gedacht, suchte ich nach Wegen meinen Aufenthalt verlängern zu können. Eine Kollegin half mir dann dabei in einer anderen Reiseagentur für 6 Monate als Saisonangestellter unterzukommen. Was ich während dieses Aufenhalts sowohl in sprachlicher, kultureller aber auch beruflicher Hinsicht lernte, war Gold wert und ein herausragender Pluspunkt in meinem Lebenslauf.

Es sei noch erwähnt, dass ich auch schon während meines Studiums in Halle gearbeitet hatte. Ich hatte eine Stelle im Service-Center des ADAC und anschließend im Service-Center der Sparkasse. Insbesondere während der Zeit im Service-Center der Sparkasse konnte ich wertvolle Erfahrungen sammeln, was Weiterbildung, Aufstieg und Selbstverwirklichung angeht. In einem Zeitraum von 1,5 Jahren war vom Werksstudenten für Marketingumfragen über den Teilzeit-Mitarbeiter im Telefonbanking bis hin zum Angebot einer Vollzeit-Festanstellung alles abgedeckt.  Ich würde euch in jedem Fall empfehlen, bereits während des Studiums Praktika zu machen und Jobs anzunehmen, in denen ihr berufliche Erfahrungen sammeln könnt, die euch weiterbringen. Das muss nicht gleich das non-plus-ultra sein, aber die Erfahrung ist Gold wert und macht es euch einfacher, euch später gegenüber von Personalern gut zu verkaufen, wenn es darum geht, den ersten „richtigen“ Job zu ergattern. Gerade als Geisteswissenschaftler ist dies meiner Meinung nach ein wichtiger Pluspunkt.

Bei mir zeichnete sich bald ab, dass ich doch nicht im Tourismusbereich arbeiten wollte, sondern Kundenservice / Kundendienst bzw. Vertriebsinnendienst mein Schwerpunkt werden würde. Rückblickend lässt sich in meinem Lebenslauf erkennen, dass alle meine Positionen, obzwar in verschiedenen Branchen, sich in diesem Feld bewegten. Nach meinem Frankreich-Abenteuer hatte ich meine erste Festanstellung in einem Unternehmen in Frankfurt am Main. Aktuell wohne ich immer noch in der Region und bin über verschiedene Stationen zuletzt bei der Braskem Europe GmbH gelandet. Mein Motto war auch hier wieder, dass ich mich ruhig ausprobieren kann. Wenn eine Position oder eine Firma nicht zu mir passte, habe ich mich auf eine andere beworben. Mit jeder Station mehr auf dem Lebenslauf wurde dies natürlich immer einfacher. Bei der Braskem Europe GmbH Dort habe ich bis zur Standortschließung über 3 Jahre im Bereich Kundendienst gearbeitet. Es handelt sich um ein brasilianisches Unternehmen, das im petrochemischen Bereich tätig ist und in Europa Kunststoffe produziert und diese an die weiterverabeitenden Unternehmen verkauft. Das können Unternehmen aus der Konsumgüterbranche sein, aber auch Automobilteilezulieferer oder Hersteller von Medizinprodukten. Ich war bei der Braskem für die Abwicklung der Aufträge zuständig und erster Ansprechpartner für Kunden aller damit zusammenhängenden Belange. Insbesondere meine Sprach- und Kulturkenntnisse  waren in dieser Position unabdingbar. Ich hatte hauptsächlich viele englischsprachige und französische Kunden. Hier kam mir mein „IKEAS Wissen“ natürlich zu gute. Mein im Studium und während der Auslandsaufenthalte erworbenes Wissen und die gemachten Erfahrungen sind in einer solchen Position geschätzte Qualifikationen.

Das Team und die Arbeitsatmosphäre waren ebenfalls super. Die Tatsache, dass der Hauptsitz dann nach Rotterdam verlagert wurde, war für alle umso bitterer. Mein Plan war es dann, eine Zeit lang zu reisen, um etwas Abstand zu gewinnen und mir Gedanken zu machen, wie es beruflich weitergeht.  Leider kam dann die Corona-Pandemie und meine Reisepläne sind bis auf weiteres auf Eis gelegt. Aktuell suche ich eine neue Position im Bereich Kundendienst oder Vertriebsinnendienst. 

Insgesamt würde ich eigentlich fast alles wieder so machen. IKEAS ist ein toller Studiengang, der einem eine recht große Flexibilität ermöglicht, seinen Interessen nachzugehen. Mit ein wenig Orientierung im Blick bieten sich auch zahlreiche Möglichkeiten, das Studium beruflich einzusetzen. Ich denke, es ist aber fast unabdingbar, bereits während des Studiums durch Jobs und Praktika zusätzliche Qualifikationen zu erwerben, um später einfacher einen Fuß in die Arbeitswelt zu bekommen. Die Wahl des Nebenfachs oder der Richtung eines anschließenden Masters können die Richtung mitbestimmen und positiv beeinflussen. Nichtsdestotrotz bin ich immer noch der Meinung, dass man sich während des Studiums natürlich auch gerne ausprobieren darf, unabhängig davon, ob das später im Beruf relevant sein könnte oder nicht.

Solltet ihr noch Fragen zu Jobs, Praktika, Bewerbungen oder Gehaltsmöglichkeiten (ich kann hier natürlich nur für meine Positionen sprechen) haben, könnt ihr euch gerne an mich wenden.

Christian Neubauer