Hochschule und Wissenschaft


„Seit Ende 2019 bin ich Teil der Nachwuchsforschergruppe «Migration und Flucht: Theater als Verhandlungs- und Partizipationsraum im deutsch-französischen Vergleich (1990 bis heute)»

-Andrea Dassing

Berufsfeld: Forschung und Promotion im Theater, Thema Migration und Flucht, Integrationsarbeit

Mögliche Arbeitgeber:innen: Theater, Universität, Museen

Studiengang: Bachelor IKEAS (Frankreich- und Lateinamerikastudien, Ethnologie) Halle; Master „Transkulturelle Studien“, Bremen

„Von 2011 bis 2015 habe ich den Bachelor-Studiengang „Interkulturelle Europa- und Amerikastudien“ mit den Schwerpunkten Frankreich- und Lateinamerikastudien und dem Nebenfach Ethnologie studiert. Schon in der Schule hatte ich Französisch als Leistungskurs gewählt, nach dem Abitur war ich dann für drei Monate in Nicaragua, weil ich mich für Lateinamerika begeisterte und unbedingt Spanisch lernen wollte. Der IKEAS-Studiengang bot eine Kombination beider Sprachen und Sprachräume. Ein weiterer Grund, der mich an die MLU Halle führte, war die Kooperation mit der Universität Havanna und damit die Möglichkeit, in Kuba zu studieren. Im Laufe meines Studiums beschloss ich, auch mein Französisch durch ein Auslandssemester weiter zu verbessern. So kam es, dass ich zuerst ein Semester an der Université de La Réunion (2013) und im Anschluss daran an der Universidad de La Habana (2013/14) verbrachte. Beides waren sehr positive und lehrreiche Erfahrungen für mich, die ich auf keinen Fall missen möchte – trotz oder auch gerade wegen der Herausforderungen, vor die sie mich stellten.

Nach meinem Abschluss absolvierte ich ein Praktikum in der Internationalen Zusammenarbeit und entschied mich dann für den Masterstudiengang „Transkulturelle Studien“ in Bremen. Dort konnte ich an meine Studienthemen aus dem IKEAS-Bachelor anknüpfen. Wie IKEAS war auch dieser Studiengang interdisziplinär angelegt, was in beiden Fällen Vor- und Nachteile hatte: durch die große Bandbreite an Themen und methodischen Zugängen war ich nach dem Studium breit aufgestellt, zugleich aber auch wenig spezialisiert.

Während des Masters habe ich über das ASA-Programm ein Projektpraktikum bei einem Radiosender in Parakou (Benin) gemacht. Eine Exkursion zum Thema (postmigrantisches) Theater führte mich nach Berlin und zum Theaterfestival nach Avignon – sowie letztlich zu meinem aktuellen Promotionsprojekt. Seit Ende 2019 bin ich Teil der Nachwuchsforschergruppe „Migration und Flucht: Theater als Verhandlungs- und Partizipationsraum im deutsch-französischen Vergleich (1990 bis heute)“, die von der Hans-Böckler-Stiftung mit einem Stipendium gefördert wird, und promoviere am Institut für Romanistik der MLU Halle zum Thema „Grenzüberschreitungen zwischen Kunst und Gesellschaft: Formen und Wirkungen der Auseinandersetzung mit Migration und Flucht im Gegenwartstheater Deutschlands und Frankreichs“. Daneben arbeite ich in einem Stadtteilprojekt, in dem ich ein Sprachcafé für Geflüchtete mitbetreue.

Das IKEAS-Studium bot mir die Möglichkeit, meinen Interessen nachzugehen und meine Freude am Studieren zu entdecken. Besonders prägend waren für mich die beiden Auslandssemester. Vor allem in der Kombination mit meinem Nebenfach Ethnologie hat der Studiengang einen soliden Grundstock für mein weiteres Studium, meine praktischen Erfahrungen und mein aktuelles Dissertationsprojekt gelegt. Aus meiner Zeit in Halle nehme ich neben den konkreten Inhalten des Studiums vor allem viele schöne Erinnerungen und auch einige Freundschaften mit, die sich bis heute erhalten haben.“