Südosteuropastudien


In den Südosteuropastudien liegt der Fokus auf den Südslawen; auf die aktuellen Länderprofile bezogen bedeutet dies, dass mit Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Kroatien, Makedonien, Montenegro, Serbien und Slowenien besonders die Nachfolgestaaten Jugoslawiens in den Blick genommen werden. Dem entsprechend wurde aus der Vielsprachigkeit der Gesellschaften Südosteuropas der Sprachraum des Bosnischen/Kroatischen/Montenegrinischen/Serbischen (abgekürzt BKMS) als Schwerpunkt des Spracherwerbs gewählt.

Konzept und Studieninhalte

Kulturstudien zu Südosteuropa problematisieren das aktuelle Profil der besonders in den Blickpunkt gerückten Länder und beziehen darüber hinaus auch weitere regionale Aspekte der insgesamt sprachlich, ethnisch, konfessionell und kulturell vielfältigen Region Südosteuropa je nach Fragestellung mit ein, eingedenk der Tatsache, dass es sich nicht um hermetische kulturelle Räume handelt und sich deren Spezifik nur relational – in der historischen Perspektive (z.B. die Einflüsse des Osmanischen Reiches und der Habsburger Monarchie) wie auch im Hinblick auf gegenwärtige Transformationsprozesse – vermitteln lässt.

Kulturelle Kontakte zwischen Südslawen und Deutschen, die weit in die Geschichte zurückreichen, wie auch der Südslawen untereinander stellen ein wesentliches Untersuchungselement im Studium dar; als Aspekte der Transferforschung werden sie am Beispiel personeller und institutioneller Träger der Kulturmittlung sowie verschiedenster Medien untersucht. Die Analyse von Fremdbildern in der Projektion auf Selbstbilder, Fragen der Stereotypenbildung und Wahrnehmungsprozesse und -muster definieren somit ein zentrales Arbeitsfeld im Studium.

Bachelor

Die Module dienen vor allem

  1. der Vermittlung von Grundlagen der komplexen sprachlichen Situation und dem Erwerb solider Kenntnisse in Bosnisch/Kroatisch/Montenegrinisch/Serbisch;
  2. der Vermittlung von Wissen über zentrale kulturgeschichtliche Entwicklungen der Region (bei besonderer Beachtung der Südslawen), dem Bekanntmachen mit Kirchen und Konfessionen, der Diskussion des Verhältnisses von Geschichte und kollektiver Erinnerung an Formen wie Mythen, Symbolen, Riten, Festen und Feiertagen u. ä.;
  3. dem Erwerb von Orientierungswissen zu den aktuellen Trends und Entwicklungen in den Ländern Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Kroatien, Makedonien, Montenegro, Serbien, einzeln und vergleichend sowie dem Erwerb von Fähigkeiten zur selbständigen kulturadäquaten Interpretation einzelner Phänomene;
  4. dem Bekanntmachen mit textsorten- bzw. medienspezifischen Verarbeitungs- und Präsentationsformen von Selbst- und Fremdbildern, kulturspezifischen Analysen von Transfer- und Übersetzungsprozessen, der Problematisierung der Rolle von Mittlern und Institutionen, dem Diskurs zu konkurrierenden Modellen bezüglich Europa, Balkan und nationaler Identitätskonstruktion.

Bisherige thematische Schwerpunkte von Lehrveranstaltungen waren z.B.:

  • Selbstverortungs- und Identitätsfindungsprozesse nach Dayton,
  • Balkanbilder in Reiseführern und Reiseliteratur
  • Aktuelle postjugoslawische Literatur- und Filmproduktion im Zeichen der (Nach-)Erinnerung
  • Kulturgeschichte Südosteuropas: byzantinische, osmanische und habsburgische Einflüsse
  • Balkan-Aufklärung: (inter-)kulturelle und poetische Grundlagen
  • Welche Rolle spielt das Erbe von Titos Jugoslawien im heutigen Bosnien und Herzegowina?

Die Spezifika von Gesprächs- und Verhandlungskulturen, Differenzen im verbalen und nonverbalen Verhalten sind unbedingt Bestandteil der Wissensvermittlung.

In der folgenden Tabelle wird ein beispielhafter Studienablauf für die Südosteuropastudien im 2. Wahlbereich dargestellt. Es gilt zu beachten, dass Module grundsätzlich modular aufgebaut sind und deswegen auch in anderen als hier abgebildeten Semestern belegt werden können. Einschränkungen betreffen hierbei die Sprachpraxis-Module, welche teilweise aufeinander aufbauen und in denen höhere Sprachniveaus vorangegangene Niveaus erfordern. Ebenso gilt es zu beachten, dass die Mehrheit der Module entweder im Winter- oder im Sommersemester angeboten wird. Deshalb sind Module, die für das Wintersemester konzipiert sind, im 3. Semester belegbar, aber nicht im 2. oder im 4. Es obliegt den Studierenden hier darauf zu achten, dass Module in den Semestern belegt werden, in denen diese auch angeboten werden. Weitere Informationen entnehmen Studierende und Studienbewerberinnen und Studienbewerber bitte den Dokumenten unter dem Reiter Downloads.Es wird empfohlen, das Vertiefungsmodul Kulturwissenschaft „Kultur und kollektives Gedächtnis“ entweder im 1. oder im 3. Semester zu belegen.

Master

Die Master-Module dienen der Vertiefung des Wissens in Kulturtheorie, Kulturgeschichte und Gegenwartsfragen. Die Studierenden erhalten die Möglichkeit, ein spezialisiertes Wissen über historische und aktuelle Prozesse in Südosteuropa zu erwerben. Sie werden zur selbständigen theoretischen und empirischen Erarbeitung von kulturellen Problemstellungen innerhalb der fokussierten Kulturen und im Vergleich (auch zur deutschen Kultur) und zur Präsentation der Ergebnisse vor Publikum befähigt. Dies bedeutet beispielsweise Kenntnisse im Rahmen der Problematik von Kultur und kollektivem Gedächtnis aber auch exemplarisches Spezialwissen über Gegenwartsprozesse.

Bisherige thematische Schwerpunkte von Lehrveranstaltungen waren z.B.:

  • Jugoslawische Erinnerungsorte an den Zweiten Weltkrieg
  • Pop & Protest: Formen der Subversion in Südosteuropa
  • Das Ende des Ersten Weltkrieges und seine aktuelle mediale Repräsentation
  • Gewalt – Körper – Gedächtnis

In den folgenden Tabellen wird ein beispielhafter Studienablauf für die Südosteuropastudien dargestellt. Es gilt zu beachten, dass Module grundsätzlich modular aufgebaut sind und deswegen auch in anderen als hier abgebildeten Semestern belegt werden können. Einschränkungen betreffen hierbei die Sprachpraxis-Module, welche teilweise aufeinander aufbauen und in denen höhere Sprachniveaus vorangegangene Niveaus erfordern. Ebenso gilt es zu beachten, dass die Mehrheit der Module entweder im Winter- oder im Sommersemester angeboten wird. Deshalb sind Module, die für das Wintersemester konzipiert sind, im 3. Semester belegbar, aber nicht im 2. oder im 4. Es obliegt den Studierenden hier darauf zu achten, dass Module in den Semestern belegt werden, in denen diese auch angeboten werden. Weitere Informationen entnehmen Studierende und Studienbewerberinnen und Studienbewerber bitte den Dokumenten unter dem Reiter Downloads.Es wird empfohlen, das Vertiefungsmodul Kulturwissenschaft „Kultur und kollektives Gedächtnis“ entweder im 1. oder im 3. Semester zu belegen.Von den Vertiefungsmodulen Kulturwissenschaft muss nur eines belegt und bestanden werden. Aus den Sprachpraxismodulen müssen drei von vier Modulen belegt und bestanden werden. Weiterhin wird empfohlen, das Vertiefungsmodul „Kultur und kollektives Gedächtnis“ entweder im 1. oder im 3. Semester zu belegen, sollte dies ausgewählt werden.

Auslandsstudium und -praktika

Ein Auslandsaufenthalt in einem südosteuropäischen Land hat sich stets als absolut vorteilhaft für den Ausbau der sprachlichen und überhaupt kulturspezifischen Kenntnisse erwiesen. Es bestehen folgende Möglichkeiten:

  1. Auslandssemester über das Erasmus-Programm: Austausch mit den Universitäten Zagreb (Kroatien), Novi Sad (Serbien) und Sarajevo (Bosnien und Herzegowina)
  2. Auslandssemester mit DAAD-Stipendium (Kooperationsvertrag): Universität Skopje (Makedonien)
  3. 3-4 wöchige Sommersprachschulen in Belgrad (mit Stipendium), Novi Sad (mit Teilstipendium), Valjevo (Serbien, mit Teilstipendium), Skopje, Ljubljana (Slowenien) u.a.

Die internationalen Partnerschaften am Seminar für Slavistik können hier eingesehen werden: https://www.slavistik.uni-halle.de/ueber_uns/unsere_partner/

Typische Einsatzorte für Praktika, die im BA und MA IKEAS obligatorisch sind, sind beispielsweise: Kultur- u. politischen Stiftungen im In- und Ausland, im Verlagswesen und im Medienbereich in Südosteuropa, in Bildungs- und Kulturinstitutionen, an südosteuropäischen Hochschulen (Assistenzlektorate), bei Parlamenten und in Botschaften und vieles mehr.