Interkulturelle Europa- und Amerikastudien (IKEAS)
Interkulturelle Europa- und Amerikastudien
Die Vertiefung der ökonomischen und politischen Integrationsprozesse in Europa und in der Welt hat in bisher nicht gekanntem Maße die Kontakte über Ländergrenzen hinaus verstärkt. Von der zunehmenden Vernetzung sind nicht nur Firmen und internationale Organisationen, sondern auch öffentliche Institutionen und Vereine betroffen. Interkulturelle Begegnungen und Prozesse prägen außerdem viele Bereiche des Alltags. Ständig erhöht sich der Umfang und die Intensität des interkulturellen Austauschs. Entsendungen und Aufenthalte im Ausland gehören immer mehr zu den selbstverständlichen Formen des internationalen Kontakts. Die Bachelor- und Masterstudiengänge wollen dieser Entwicklung Rechnung tragen.
Berufsfeld: Kulturmittlung/Internationale Zusammenarbeit
In vielen Berufszweigen besteht in zunehmendem Maße ein Bedarf an akademisch qualifizierten Kulturmittlern (master of culture administration). Ihr Tätigkeitsbereich erstreckt sich auf die Unterstützung und Betreuung von Firmen, Institutionen, Verbänden und wissenschaftlichen Organisationen, Einrichtungen in ihrer internationalen Zusammenarbeit mit dem Ziel, eine erfolgreiche Kommunikation zu gewährleisten und möglichen Missverständnissen vorzubeugen. Dazu gehören u.a. die Bereiche (Kultur)Politik, Kultur, Medien, Wirtschaft und die Tourismusbranche.
Zum Know how der Kulturmittlung gehört deshalb neben einer fundierten Fremdsprachenkompetenz insbesondere
- die Fähigkeit, in fremden Kulturen und in plurikulturellen Gruppen erfolgreich zu kommunizieren und zu handeln,
- kulturbedingte Missverständnisse und Konflikte zu erkennen, ihnen weitgehend vorzubeugen bzw. diese zu schlichten.
Schlüsselqualifikationen
Ziel des Studiums ist die Ausbildung folgender Schlüsselqualifikationen:
- Praktische Kompetenz in der fremden und in der eigenen Sprache
- Wissen zu den aktuellen sprachlichen, literarischen und mentalen Kulturstandards in ihren religiösen geschichtlichen Zusammenhängen und ihrer Differenz zu den eigenkulturellen Prägungen
- Methodische Fähigkeiten zur Analyse von symbolischen Handlungen und Vergegenständlichungen auf der Basis ihrer jeweils zugrundeliegenden Deutungsmuster (zum Beispiel der "Erinnerungskulturen" verschiedener Länder)
- Praxisrelevante Fähigkeiten zur Problemlösung in interkulturellen Situationen
- Befähigung zum produktiven Umgang mit Fremderfahrung
Studienabschlüsse
Nach erfolgreichem Abschluss der neuen Studiengänge werden die akademischen Grade eines "Bachelor of Arts" (B.A.) und eines "Master of Arts" (M.A.) verliehen.
Es werden ein Kernfach (Kulturstudien) und verschiedene Ergänzungsgebiete studiert.
Das Kernfach besteht aus einem Schwerpunkt und einem Kombinationsgebiet:
Als Schwerpunkt können Angloamerikanische Studien,
Frankreichstudien oder Russlandstudien gewählt werden.
Als Kombinationsgebiet können gewählt werden:
Angloamerikanische Studien, Deutschlandstudien, Frankreichstudien, Italienstudien, Lateinamerikastudien, Polenstudien, Russlandstudien, Südosteuropastudien
Für die Ergänzungsqualifikationen können Bereiche aus folgenden Fächern gewählt werden: Jura, Wirtschaftswissenschaften, Soziologie, Geschichte, Informatik
Die Wahl der Bereiche für die Ergänzungsqualifikationen muss der Qualifikation für Internationale Zusammenarbeit dienen.
Kulturstudien
Kulturstudien konstituieren sich im Zusammenwirken von Kulturkomparatistik, Kulturtransfer-, Rezeptions- und Austausch- bzw. Begegnungsforschung und beschäftigen sich mit den Themen
"Das Fremde und das Eigene"
"Übertragungen"
"Bilderwelten / Stereotype"
"Dialog und Austausch"
"Missverständnisse"
Die Lehrveranstaltungen umfassen
- Sprachpraxis zum Fremdsprachenerwerb und Übersetzen
- Kulturtheorien (historisch-vergleichend)
- Kulturgeschichte
- Vergleichende Kulturgeschichte
- Imagologie und Nationale Identitätskonstruktionen
- Gesellschaft und Kultur der Gegenwart
- Selbst- und Fremdbilder im Kontext von Kultur- und Sprachpolitik
- Praktische Interkulturelle Kommunikation
- Interkulturelle Transfer- und Rezeptionsprozesse
- Mittler, Modi und Institutionen des Kulturaustauschs
Ergänzungsqualifikationen
z.B: Internationales / Europa-Recht, nationale Rechtsordnungen, internationale Wirtschaftsbeziehungen, kultureller und sozialer Wandel, historischer Vergleich . . .
Die Studiendauer beträgt in der Regel 6 Semester für das Bachelorstudium bzw. 4 Semester für das Masterstudium.
Praktika im europäischen Ausland
Vermittlung und Stipendium: Das Leonardo-Büro Sachsen-Anhalt vermittelt und fördert Praktika von Studierenden und Absolventen der Hochschulen Sachsen-Anhalts im Rahmen der EU-Programme Erasmus und Leonardo da Vinci. Nähere Informationen finden Sie auf den Seiten des Leonardo-Büros Sachsen-Anhalt.
