Praktikum in der Deutschen Botschaft in Warschau


Nach einem Auslandssemester in Kaunas in Litauen, habe ich zu Beginn diesen Jahres die Möglichkeit bekommen, noch für weitere drei Monate im Ausland zu bleiben und ein Praktikum in der Deutschen Botschaft in Warschau zu absolvieren. Als ich im Januar 2026 mein gerade mal 7 m² großes Zimmer in einem schicken Plattenbau bezog, ahnte ich noch nicht, dass die nächsten drei Monate für mich die intensivsten drei Monate seit langem werden würden. Während ein kalter Winter Minusgrade um die -10 Grad Celsius, viel Schnee und Sonne nach Warschau brachte, entdeckte ich Schritt für Schritt die abwechslungsreiche, aber komplexe Arbeit der Botschaft und lernte viele Seiten von Polen und Warschau kennen.

Anouk Kubenz (rechts außen) und ihre Mitpraktikantinnen

Meine Arbeit im Kulturreferat umfasste viele Rechercheaufgaben und das Verfassen von internen Dokumenten, aber oft wurde ich auch mit zu externen Terminen chauffiert (ja, die Botschaft hat eigene Chauffeure) oder durfte an Gesprächen in der Botschaft teilnehmen. Abends ergab sich ab und zu die Möglichkeit, mich in Empfänge in der Residenz des Botschafters einzuschleusen und leckere Häppchen zu genießen oder an Kulturveranstaltungen anderer Botschaften teilzunehmen. Obwohl das Arbeitspensum in der Regel sehr hoch war und ich verschiedene Aufgaben parallel erledigen musste, empfand ich den Arbeitsalltag nicht als überfordernd, sondern genoss ganz im Gegenteil den Trubel. Einen entscheidenden Teil trug auch die herzliche, wertschätzende und offene Atmosphäre innerhalb der Botschaft dazu bei, dass ich meine Zeit in Warschau sehr positiv und absolut bereichernd in Erinnerung behalten werde. Da ich mir mit zwei anderen Praktikantinnen ein Büro teilte, erfuhren wir viel auch über die anderen Abteilungen der Botschaft und teilten viele lustige Momente miteinander.

Das Praktikum ermöglichte mir, Einblicke in verschiedene Themengebiete und Debatten(z.B. zu Kultur, Bildungspolitik und Geschichte) bezüglich der deutsch-polnischen Beziehungen zu erhalten und selbst zu erleben, wie Diplomatie in der Praxis aussieht. Besonders bereichernd empfand ich in diesem Zusammenhang auch den vielfältigen Austausch, sei es mit Mitarbeitenden der Botschaft, Praktikant:innen anderer Botschaften oder mit deutsch-polnischen Partner:innen. Mein Fazit: ein Praktikum an der Deutschen Botschaft ist ein Erlebnis „out-of-the-comfort-zone“ und außerhalb der gewohnten Lebenswelt und stellt eine gute Möglichkeit dar, in vielerlei Hinsicht an sich zu wachsen.

—- geschrieben von Anouk Kubenz